MTWE MTWE

JETZT REGISTRIEREN


22., 23., 24. September 2020
Paris Expo Porte de Versailles, Paris, Frankreich

Branchennachrichten


Wissenschaftler sind Niederschlagstendenzen in Trockenregionen auf der Spur, die weitverbreitete Theorien zum Klimawandel in Frage stellen

Eine Analyse der Niederschlagsdaten in Trockenregionen der letzten 50 Jahre, die von Forschern der Cardiff University und der University of Bristol in Großbritannien durchgeführt wurde, hat trotz steigender Gesamtniederschlagsmengen einen Rückgang der Niederschlagsintensität gezeigt. Diese Erkenntnisse widersprechen bisherigen Forschungsergebnissen, laut denen die globale Erwärmung heftigere Regenfälle verursachen würde, da eine wärmere Atmosphäre mehr Feuchtigkeit speichern kann. Wärmere Ozeane verdunsten zudem schneller und führen der Atmosphäre somit mehr Feuchtigkeit zu.

Dr. Michael Singer von der School of Earth and Ocean Sciences der Cardiff University und Hauptautor der Studie erläuterte: „In Trockengebieten regeln konvektive Niederschläge zwar die Wasserversorgung, das Überschwemmungsrisiko und die Bodenfeuchte, angesichts der begrenzten Feuchtigkeit dieser Regionen lagen uns bisher jedoch keine Daten vor, inwiefern sich die Klimaerwärmung auf die Eigenschaften dieser Regenstürme auswirken wird.“

Bis zu dieser Studie ist die Verbindung zwischen Klimaerwärmung und schweren Niederschlägen nur in Regionen mit einem relativ hohen Feuchtigkeitsangebot untersucht worden. Die Beziehung zwischen Klimawandel und Niederschlägen in Trockengebieten, in denen kurze, heftige Regenstürme die Hauptniederschlagsquelle darstellen und das Feuchtigkeitsangebot auf dem Boden extrem begrenzt ist, wurde dagegen bisher nicht untersucht.

Aus diesem Grund analysierten die Wissenschaftler ausführliche, in Abständen von einer Minute gemessene Niederschlagsdaten, die über mehr als 50 Jahre in einem halbtrockenen Einzugsgebiet im Südosten Arizonas in den USA gesammelt worden waren, das während dieses Zeitraums steigende Temperaturen aufwies. Die Untersuchung belegte einen Rückgang der Niederschlagsintensität, obwohl die Gesamtniederschlagsmenge im Verlauf dieser Jahre gestiegen war. Aus der Studie geht ein langfristiger Rückgang der Starkregenereignisse mit mehr als 25 mm/h und ein Anstieg der Anzahl kleinerer Regenfälle mit geringeren Niederschlagsmengen hervor.

Mitautorin Dr. Katerina Michaelides von der School of Geographical Sciences und dem Cabot Institute der University of Bristol erklärte: „Unsere Befunde stimmen mit früheren Forschungen im Colorado Basin überein, die einen Rückgang der Abflüsse im oberen Teil des Beckens zeigten. Unsere Arbeit beweist einen eher regionalen Rückgang der Wasserressourcen in dieser Trockenregion, was auch in anderen weltweiten Trockengebieten der Fall sein könnte.“

Da sich konvektive Niederschlagstrends anhand der täglichen Niederschlagsaufzeichnungen nicht leicht nachweisen lassen und mit weltweiten oder regionalen Klimamodellen nur schwer simuliert werden können, schufen die Forscher ein neues Werkzeug zur Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels auf Niederschlagsmuster und -trends in Trockengebieten. Das Modell namens STORM simuliert einzelne Regenstürme und deren Auswirkungen auf ein Flusseinzugsgebiet. Zudem kann es unterschiedliche Arten des Klimawandels im Verlauf mehrerer Jahrzehnte abbilden. „Dieses Modell ist ein nützliches Werkzeug zur Simulation des Klimawandels in Regionen und den Fällen, in denen herkömmliche Modelle und Verfahren die möglichen Entwicklungen nicht erfassen können“, fügte Dr. Singer hinzu.

- October 2017

Zurück zu den Nachrichten