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Branchennachrichten


ESA gibt Partner für Entwicklung von Frühwarnsystem für Weltraumwetter bekannt

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat die vier Organisationen bekanntgegeben, mit denen es an der Entwicklung eines Frühwarnsystems arbeiten wird, mit dessen Hilfe das globale Risiko von durch Weltraumwetter verursachte Schäden verringert werden soll.

Die neue Mission zielt darauf ab, ein Raumfahrzeug an einem festen Punkt abseits der Linie zwischen Sonne und Erde, bekannt als Lagrange-Punkt 5, zu stationieren, sodass es nach Weltraumwetterereignissen Ausschau halten und Frühwarnungen ausgeben kann.

Weltraumwetter tritt auf, wenn die Sonne Material ausstößt, das stark geladen, erhitzt und somit gefährlich für die Infrastruktur auf der Erde sowie für Menschen im Weltraum sein kann.

Airbus UK wird die Entwicklung der Gesamtmission leiten, mit den Schwerpunkten Mission Operations, Raumfahrzeug-Plattform und darauf, wie die Instrumente mit dieser verbunden sind. STFC RAL Space wird die Entwicklung von Instrumenten zur Beobachtung der Sonne und Heliosphäre leiten. UCL Mullard Space Science wird die Entwicklung von Instrumenten zur Messung des Sonnenwinds leiten. Das deutsche Unternehmen OHB wird das vierte Konsortium leiten, das an der Entwicklung einer konkurrierenden Plattform arbeiten wird. Die ESA wird alle Vorschläge bewerten.

Matt Perren, Leiter für Zukunftsprojekte bei Airbus UK, erklärte: „Durch eine Mission zum Lagrange-Punkt 5 werden wir viel besser dazu in der Lage sein, unseren Planeten vor Gefahren aus dem Weltraum zu schützen. Wir freuen uns, die Erfahrung von Airbus als Marktführer in den Bereichen modernste Sonnenbeobachtung und Lagrange-Missionen zur Unterstützung der ESA und der UK Space Agency beizusteuern, um die Widerstandsfähigkeit unserer wertvollen Ressourcen im Weltraum und auf der Erde zu stärken.“

Dr. Richard Cole, der den Studienvertrag bei UCL verwalten wird, meinte: „UCL kann auf eine lange Erfolgsgeschichte in der Erforschung des Weltraumwetters und im Bau von Instrumenten zu seiner Untersuchung zurückblicken. Ich bin hocherfreut, dass UCL ein Team von europäischen Instituten bei der Entwicklung dieser wichtigen Mission anleiten wird, mit der wir ein Frühwarnsystem für Weltraumwetter entwickeln und seine schädlichen Auswirkungen auf Technologien auf der Erde und im Weltraum besser vorhersagen können, was uns zuvor noch nie möglich gewesen ist.“

Dr. Jackie Davies, Konsortialführerin von STFC RAL Space, erklärte: „Diese Mission bietet uns eine fantastische Gelegenheit, die umfangreiche wissenschaftliche Kompetenz und Erfahrung in Sachen Weltrauminstrumente hier bei STFC RAL Space auf ein zunehmendes gesellschaftliches Problem anzuwenden. Wir sind bereits seit vielen Jahren Verfechter einer solchen Weltraumwettermission, basierend auf der führenden Rolle von RAL Space bei den bahnbrechenden heliosphärischen Imagern auf der Flaggschiffmission STEREO der NASA. Es ist extrem zufriedenstellend, dieses Ziel zu erreichen, und wir freuen uns nun auf die Herausforderung, die die Leitung eines multinationalen Entwicklungsprogramms unter Einbeziehung mehrerer Instrumente darstellt.“

Seltenes extremes Weltraumwetter könnte moderne Technologien stören, indem es geomagnetische Stürme auslöst, die die Satellitennavigation, Kurzwellenkommunikation und Stromnetze beeinträchtigen. In einer kürzlich durchgeführten ESA-Studie wurden die sozioökonomischen Auswirkungen in Europa durch ein einziges extremes Weltraumwetterereignis auf bis zu 15 Milliarden Euro geschätzt. Ein Großteil dieser Auswirkungen könnte durch genaue Vorhersagen vermieden werden. Ausgehend von den Ergebnissen dieser Studien, die in etwa 18 Monaten erwartet werden, plant die ESA die Auswahl des endgültigen Entwurfs für das Raumfahrzeug und seine Instrumente. - February 2018

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